Die Landeshauptstadt Düsseldorf startet in diesem Sommer erneut mit einem besonderen Ferienangebot für Kinder und Jugendliche: In den letzten drei Wochen der Sommerferien öffnet die Adventure School wieder ihre Türen. Organisiert von der Stadt Düsseldorf und in weiten Teilen umgesetzt durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf, erwartet Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse ein umfangreiches MINT-Programm – von Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität über Naturwissenschaften bis hin zu kreativen Technikprojekten.
Die Adventure School steht dabei nicht nur für spannende Feriengestaltung, sondern auch für ein zukunftsweisendes Bildungsangebot. Gerade in Zeiten wachsender sozialer Unterschiede bei digitalen Kompetenzen gewinnen außerschulische Lernorte zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Paderborn zeigt, dass die digitale Kluft unter Jugendlichen in Deutschland innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich gewachsen ist.

Besonders alarmierend: Der Abstand bei digitalen Kompetenzen zwischen Jugendlichen aus privilegierten und weniger privilegierten Familien ist laut der Untersuchung von 43 auf 66 Kompetenzpunkte gestiegen. Entscheidend seien dabei vor allem das kulturelle Umfeld im Elternhaus sowie die jeweilige Schulform. Kinder und Jugendliche, die zuhause weniger Zugang zu Büchern, digitalen Lernmöglichkeiten oder technischer Unterstützung haben, geraten zunehmend ins Hintertreffen.
Genau hier setzt die Adventure School an. Das Angebot der Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt bewusst das Ziel, Kindern und Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Schulform oder familiären Voraussetzungen niedrigschwellige Zugänge zu Zukunftstechnologien und digitalen Kompetenzen zu eröffnen.

Christoph Sochart, Geschäftsführer der Stiftung Pro Ausbildung, unterstreicht die Bedeutung solcher Angebote:„Bildungsgerechtigkeit entscheidet sich heute auch daran, welche Möglichkeiten Kinder und Jugendliche erhalten, digitale Kompetenzen zu entwickeln und Zukunftstechnologien kennenzulernen. Die Adventure School schafft dafür einen wichtigen Raum: Kinder können ausprobieren, experimentieren und eigene Ideen entwickeln – unabhängig davon, welche Voraussetzungen sie von zuhause mitbringen.“
Sochart betont zudem die Bedeutung des praktischen Lernens: „Wir erleben immer wieder, dass junge Menschen besonders dann für MINT-Themen begeistert werden können, wenn sie selbst aktiv werden dürfen. Wenn aus einer Idee ein funktionierender Roboter wird, wenn eine eigene App entsteht oder Künstliche Intelligenz praktisch ausprobiert werden kann, wird Lernen unmittelbar erfahrbar. Genau solche Erfahrungen können Interessen wecken und neue Zukunftsperspektiven eröffnen.“

Die kostenfreien Angebote der Adventure School verbinden dabei Lernen mit praktischer Erfahrung. Statt klassischem Unterricht stehen Experimentieren, Teamarbeit und kreative Problemlösungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Nachhaltigkeit, entwickeln Apps, bauen Roboter und setzen sich mit Künstlicher Intelligenz auseinander.
„Wir dürfen nicht akzeptieren, dass soziale Herkunft über digitale Chancen entscheidet“, erklärt Sochart. „Deshalb brauchen wir außerschulische Lernangebote, die Kindern und Jugendlichen frühzeitig Zugang zu Zukunftstechnologien ermöglichen. Die Adventure School ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Sie verbindet Bildung, Neugier und praktische Erfahrungen und kann damit einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit leisten.“
Auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie erhält das Thema zusätzliche Relevanz. Die wissenschaftliche Studie weist darauf hin, dass insbesondere Schülerinnen und Schüler aus privilegierten Familien besser mit den digitalen Anforderungen der Pandemie umgehen konnten. Außerschulische Lernangebote können helfen, diese Unterschiede auszugleichen und Kindern zusätzliche Lern- und Erfahrungsräume zu eröffnen.
„MINT-Bildung darf keine Frage des Elternhauses sein“, sagt Christoph Sochart. „Wenn wir über Fachkräftesicherung und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts sprechen, müssen wir viel früher ansetzen. Wir müssen Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern und ihnen zeigen, welche Chancen darin für ihre eigene Zukunft liegen. Die Adventure School leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“
Wir danken unserem zdi-Team: Ekkehard Hostert, Rosalba Vitellaro, Eva Deckers
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