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20 Jahre Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung: Wie Düsseldorf Schule und Wirtschaft zusammenbringt

Seit zwei Jahrzehnten begleitet das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung junge Menschen auf dem Weg von der Schule in den Beruf. Das „Düsseldorfer Modell“ gilt inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus als Beispiel dafür, wie erfolgreiche Berufsorientierung funktionieren kann.

Es begann am 16. August 2006 mit einer Idee, die ihrer Zeit voraus war: Schule, Wirtschaft, Arbeitsagentur und Stadt sollten bei der beruflichen Orientierung junger Menschen enger zusammenarbeiten. Heute, 20 Jahre später, ist daraus eine feste Größe der Düsseldorfer Bildungslandschaft geworden: das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung.

Was damals als innovatives Kooperationsmodell gestartet wurde, ist inzwischen ein Netzwerk, das junge Menschen, Schulen und Unternehmen miteinander verbindet. Ziel ist dabei immer dasselbe geblieben: Jugendliche sollen ihre Talente entdecken, berufliche Perspektiven kennenlernen und möglichst gut vorbereitet den Schritt von der Schule in Ausbildung und Arbeitswelt gehen.

Hinter dem „Düsseldorfer Modell“ stehen die Kommunale Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Agentur für Arbeit Düsseldorf, die Stiftung Pro Ausbildung, die Unternehmerschaft Düsseldorf, die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf. Gemeinsam werden Bedarfe identifiziert, Angebote aufeinander abgestimmt, neue Ansätze der beruflichen Orientierung entwickelt und umgesetzt.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Verbindung von öffentlicher Hand und Wirtschaft. Die Kommunale Koordinierung gestaltet und koordiniert im Rahmen von “Kein Abschluss ohne Anschluss“ KAoA den kommunalen Gesamtprozess im Übergang Schule–Beruf und bringt die beteiligten Akteure zusammen. Die Stiftung Pro Ausbildung gestaltet diesen Prozess als starker Partner und bringt dabei insbesondere seine Nähe zu Unternehmen ein. Das Kompetenzzentrum versteht sich folglich als Ideen- und Projektschmiede: Mit seiner besonderen Nähe zu Jugendlichen, Schulen und Unternehmen greift es Bedarfe aus der Praxis auf, entwickelt gemeinsam mit den Partnern neue Formate, erprobt sie und bringt sie in die Umsetzung.

Ein Beispiel ist die Düsseldorfer Praktikumsbörse, die Schulen und Unternehmen digital zusammenbringt. Hinzu kommen Angebote zur Stärkung der dualen Ausbildung, zur Elternarbeit und zur gezielten Berufsvorbereitung. Viele der in Düsseldorf entwickelten Ansätze haben inzwischen Modellcharakter für Nordrhein-Westfalen.

„Talente erkennen, Perspektiven schaffen, Brücken bauen“ – diese Leitidee beschreibt die Arbeit des Kompetenzzentrums. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, Jugendlichen einen Praktikumsplatz oder eine Ausbildungsstelle zu vermitteln. Berufliche Orientierung soll jungen Menschen helfen, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen und realistische Vorstellungen von der Arbeitswelt zu entwickeln.

Das ist angesichts des Fachkräftebedarfs wichtiger denn je. Unternehmen suchen Nachwuchs, gleichzeitig stehen Jugendliche vor einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt. Umso wichtiger sind persönliche Kontakte, praktische Erfahrungen und verlässliche Ansprechpartner.

Das Kompetenzzentrum versteht sich deshalb als Dienstleister für Jugendliche, Eltern, Schulen und Unternehmen. Die Stärke liegt vor allem in der Vernetzung: Wo andere Institutionen nebeneinander arbeiten könnten, sollen hier gemeinsame Lösungen entstehen.

20 Jahre „Düsseldorfer Modell“ sind damit auch 20 Jahre Erfahrung mit der Erkenntnis, dass berufliche Orientierung am besten gelingt, wenn alle Beteiligten an einem Tisch sitzen.

Für die kommenden Jahre soll dieser Ansatz weiterentwickelt werden. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Berufsbilder und der Wandel der Arbeitswelt verändern auch die Anforderungen an die Berufsorientierung. Das Kompetenzzentrum will deshalb weiterhin neue Wege ausprobieren und dafür sorgen, dass Jugendliche frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt bekommen.

Der Anspruch bleibt dabei derselbe: Kein junger Mensch soll am Übergang von der Schule verloren gehen. Alle Jugendlichen sollen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um eine für sie passende und tragfähige Anschlussperspektive zu entwickeln – ob in Ausbildung, Studium, weiterführender Bildung oder auf einem anderen Weg in die Arbeitswelt.

Das Düsseldorfer Modell hat gezeigt, dass aus einer guten Idee eine dauerhafte Erfolgsgeschichte werden kann – wenn Stadt, Schule, Wirtschaft und Arbeitsmarktakteure nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten.

18.03.2024, Berufsorientierungstage – SchülerInnen besuchen die Firma Teekanne, Fotos: Ingo Lammert