Das "Neue Übergangssystem" kommt an unsere Schulen: Die Auswirkungen für unsere Unternehmen

Von Christian Sander

Das „Neue Übergangssystem (Kein Abschluss ohne Anschluss)“ wird seit dem 1. September 2013 in Düsseldorf eingeführt werden. Das NÜS (so hieß es zu Beginn) soll die Schüler praxisnäher auf die Arbeits- und Berufswelt vorbereiten. Wie das neue Übergangssystem funktioniert und was es verändert.

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann freut sich, dass NRW als erstes deutsches Flächenland den Übergang von der Schule in den Beruf systematisch neu regelt: „Wir wollen Schülerinnen und Schülern einen reibungslosen Einstieg in Studium und Beruf ermöglichen. Unser Ziel ist, dass kein junger Mensch mehr einen Abschluss ohne Anschluss macht“. Das Zauberwort heißt „Neues Übergangssystem“. Gestartet wurde dieser Prozess Anfang 2012 mit sieben Referenzkommunen. Mittlerweile gibt es das Übergangssystem in 31 Kommunen. Düsseldorf gehört nun auch dazu.

Was genau zeichnet das Neue Übergangssystem aus? Mit einer systematischen Berufs- und Studienorientierung ab der 8. Klasse sollen alle Jugendlichen über eigene Stärken und Talente sowie über mögliche Berufe informiert werden. Die fundierte Berufs- und Studienorientierung soll dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und Warteschleifen abzubauen.

Dabei verfolgt das Übergangssystem konsequenter als bisher das Ziel, Unterricht praxisnäher zu gestalten, die Schüler verbessert auf die Arbeits- und Berufswelt vorzubereiten um hierdurch den Fachkräftebedarf unserer heimischen Unternehmen zu sichern, die Ausbildungs- und Studienabbrüche durch eine gezieltere Berufsorientierung zu reduzieren und den Schülern und ihren Eltern konkrete und fundierte Anschluss-Empfehlungen geben zu können.

Im Rahmen des Übergangssystem sollen spätestens ab Klasse 8 alle Schüler eine verbindliche, systematische Berufs- und Studienorientierung erhalten. Neben der Ermittlung und Förderung von Potentialen und berufsrelevanten Kompetenzen gehören dazu vor allem gezielte Praxistage in Betrieben, um verschiedene Berufsfelder zu erkunden und eine kompetente Berufswahl zu ermöglichen. Ein weiterer Baustein sind so genannte Portfolios, mit denen Schüler ihr Leben in und außerhalb der Schule dokumentierten können. In Düsseldorf arbeiten beispielsweise bereits fast 8000 Schüler mit dem „Berufswahlpass“. Er unterstützt Schüler bei der beruflichen Orientierung und ermöglicht es Eltern, Lehrkräften, der Berufsberatung und Betrieben, den Jugendlichen auf ihrem Berufsfindungsweg zu helfen.
Im zukünftigen Übergangssystem stellt die sogenannte Kommunale Koordinierung das wesentliche und grundlegende Handlungsfeld für eine Umsetzung des Neuen Übergangsmanagements dar.

Hauptaugenmerk wird bei der Kommunalen Koordinierung auf Nachhaltigkeit und Systematik gelegt. Durch sie sollen die für das Übergangssystem erforderlichen Abstimmungsprozesse organisiert werden. Zudem soll über die Kommunale Koordinierung die zurzeit herrschende, teilweise unübersichtliche Maßnahmenvielfalt durch gezielte Steuerung bzw. Bündelung von Angeboten reduziert werden. Über die Koordinierung werden Absprachen und Vereinbarungen mit den regionalen Partnern getroffen und deren Einhaltung nachgehalten.

Generell ist Düsseldorf in dieser Disziplin bereits gut aufgestellt. 2006 gründeten die Stadt und die Unternehmerschaft Düsseldorf das Kompetenzzentrum Übergang Schule/Hochschule-Beruf. Nach Erweiterung des Kompetenzzentrums im Jahr 2009 sind nun die Landeshauptstadt Düsseldorf, die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V., die IHK Düsseldorf, die HWK Düsseldorf, die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, die Arbeitsagentur Düsseldorf und die Stiftung Pro Ausbildung Kooperationspartner im Bereich Schule/Hochschule-Wirtschaft.

Das Kompetenzzentrum, dessen Geschäftsstelle die Stiftung Pro Ausbildung ist, sieht sich als Teil einer Kommunalen Koordinierung, der bereits jetzt schon in beträchtlichem Umfang die strategischen und operativen Ziele des Übergangssystem verfolgt und umsetzt.

Für die Unternehmen ergeben sich viele Vorteile durch das NÜS: So können sie noch gezielter junge Menschen für eine Berufsausbildung ansprechen und die wirklich interessierten Schüler kennenlernen. Das geht beispielsweise durch die Unterstützung der „Düsseldorfer Tage der Berufsorientierung“, die in diesem Jahr erfolgreich Premiere feierten und im kommenden Jahr vom 4. – 9. April wiederholt werden. In diesem Jahr standen fast 300 Veranstaltungen auf dem Programm. 3800 Schüler nutzten diese Gelegenheit, Unternehmen, Berufe und Branchen hautnah zu erleben.

Die Kommunale Koordinierung ist innerhalb des Schulverwaltungsamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf im Referat Schule-Beruf und bei der Stiftung Pro Ausbildung (Unternehmerschaft Düsseldorf) angesiegelt. Durch die bereits bestehende und sehr gut funktionierende Vernetzung und Aufgabenteilung des Referats und der Stiftung Pro Ausbildung lassen sich die bisherigen Aufgaben um die der Kommunalen Koordinierung sehr passgenau erweitern.

Informationen: www.duesseldorfer-kompetenzzentrum.de