Stiftung sucht "MINT-Agenten" für Düsseldorf

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf startet das Kompetenzzentrum Übergang Schule-Hochschule/Beruf in Düsseldorf ein Unterstützungsprogramm im Themenbereich MINT & Handwerk  für den Ganztag der Grund- und Förderschulen: MINT-Agenten. Die MINT-Agenten sind professionelle Menschen, die sich gerne in Schulen engagieren möchten, zum Beispiel ehemalige Ausbilder, naturwissenschaftliche Mütter und Väter, die nach der Elternzeit wieder aktiv werden möchten, angehende MINT-Lehrer oder Künstler, die einen Bezug herstellen zwischen Kunst und MINT. Auch andere Menschen könnten für uns als MINT-Agenten interessant sein. Die MINT-Agenten gestalten für ein halbes bzw. ganzes Schuljahr ein MINT-Angebot für den OGS-Bereich (Offener Ganztag) der Grund- und Förderschulen und wecken bei den Kindern so die Freude am Experimentieren, für MINT und für das Handwerk.

Bitte leiten Sie diese Info gerne an Personen weiter, die Sie kennen und die sich möglicherweise als MINT-Agenten bewerben möchten.
 
Die Agenten erhalten eine Entlohnung zwischen 19-28 Euro/45 Minuten und einen Materialetat von bis 400 Euro. Einzelheiten dazu gibts auch auf unserer Projekt-Webseite www.mintagenten.de.

Die Auswahl findet im Februar statt.
 
Für organisatorische Rückfragen steht Ihnen Christoph Sochart, Geschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf zur Verfügung unter 0211.6690812 und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

7. Lesefest eröffnet

Mit über 70 Terminen an den unterschiedlichsten Veranstaltungsorten, 6 Tagen Programm für 10.000 Kinder und Erwachsene, rund 200 ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorlesern zeigt das 7. Düsseldorfer Lesefest wieder eine große Bandbreite und Vielfalt des Lesens in der Stadt.

Auch in diesem Jahr setzt sich das Düsseldorfer Lesefest wieder für Leseförderung und Vorleseengagement ein. Vorgelesen wird in Stadtbibliotheken, Buchhandlungen, in Schulen, in Kulturkneipen, in Kindergärten und an vielen anderen Orten.

Oberbürgermeister Thomas Geisel und Kinderliedersänger Volker Rosin eröffneten das Lesefest 2015. Die Stiftung organisiert die Lesewoche für 10.000 Kinder und 2.000 Erwachsene.

Veranstalter des Lesefestes ist das ehrenamtliche Netzwerk "Düsseldorfer Lesebande", in dem sich Vertreter der Landeshauptstadt, der Stadtbüchereien, diverse Buchhandlungen, das Netzwerk Düsseldorf liest vor, u.v.m. engagieren - das Basisbüro leitet die Unternehmerschaft/Stiftung PRO AUSBILDUNG.

Ohne zusätzliche Partner ist das Düsseldorfer Lesefest aber nicht zu stemmen, daher geht ein großer Dank an die Agentur Mehr + , die uns bereits im 7. Jahr das Programmheft gestalten, die Agnetur Hering Schuppener, die unsere Facebook-Seite betreuen, die UCI-Kinowelt, die uns in diesem Jahr ihren größten Kinosaal für eine Kinderlesung stellen oder die Agentur Jungpro, die unser Sieger-Lesezeichen des Malwettbewerbs „Kreiere Dein Lesezeichen“ produziert. Aber das sind nur einige wenige Partner.

Neu sind in diesem Jahr auch einige Veranstaltungen: Unter dem Motto "Zeichnen lernen wie Greg" gibt es einen Zeichenworkshop mit Charlotte Hoffmann rund um den beliebten Comichelden "Greg" (der mit dem Taschenbuch). Ein Hauch von deutscher und russischer Literatur gibt es auch: Schülerinnen und Schüler des Comenius-Gymnasiums lesen unter der Leitung von Olga Slutskina und Anjelika Nikulina-Rögener in Deutsch und Russisch Gedichte sowie Prosa bekannter deutscher und russischer Autoren vor.

Auch Feuerwehrmann Martin Meyer-Pyritz ist wieder dabei. Er liest aus seinem Buch "Gefährlicher Einsatz" und beantwortet in der Werner-von-Siemens Realschule die Fragen der Schüler.

In der UCI-Kinowelt geht es in diesem Jahr ganz besonders groß her. Es gibt eine Kindervorlesung mit Schauspieler und Buchautor Martin Baltscheit für insgesamt 500 Kinder.

“Die Deutschen lesen heute weniger als vor 20 Jahren”, sagt Christoph Sochart von der Stiftung PRO AUSBILDUNG. Die Stiftung ist Träger der "Lesebande". Die Lesefreude der jüngeren Generation nimmt spürbar ab. Für die Eltern hat Lesen einen hohen Stellenwert. “Lesefreude vermitteln” ist aber nur für die Hälfte der Eltern ein Erziehungsziel. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat festgestellt, dass die Mittelschicht die Lesekompetenz ihrer Kinder unter dem Aspekt des beruflichen Auf- oder Abstiegs sieht. Mit “Freude” am Lesen hat dies nicht mehr viel zu tun. Lesen ist aber mehr. Lesen fördert die emotionale und soziale Kompetenz: “Leser haben meist einen großen Freundeskreis”, berichtet Christoph Sochart.

Doch wie kommt nun der Spaß zurück ins Buch? Mit allen Sinnen, auf vielen Wegen und mit Hilfe aller Medien. Hier setzt das Düsseldorfer Lesefest an: "Wir machen Lust aufs Lesen".

Alle Termine sind kostenfrei, müssen aber verbindlich gebucht werden: www.leseban.de.

Vorausschau auf die Bildungsströme im nachschulischen Bereich bis 2030

Eine klare Botschaft kommt heute aus Gütersloh von der Bertelsmann-Stiftung: „Wenn sich der Trend zum Studium aus den vergangenen zehn Jahren ungebrochen fortsetzt, werden in Deutschland 2030 nur noch etwas mehr als 400.000 junge Menschen eine betriebliche Ausbildung beginnen – ein Rückgang um 17 Prozent. Die Hochschulen hingegen werden trotz des demographischen Wandels und der deshalb sinkenden Zahl an Schulabgängern kaum Studienanfänger einbüßen. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die die Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.“ Laut der Studie  verzeichnete Deutschland 2013 eine „Zäsur in der nachschulischen Bildung“: Erstmals begannen mehr junge Menschen ein Studium als eine Berufsausbildung, was allerdings auch sehr stark auf über 100.000 Studienanfänger zurückzuführen ist, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben. Deutschland ist anscheinend ein international anerkannter Studienort geworden.

Diese Entwicklung scheine laut Studie vorerst unumkehrbar: Berechnet wurden neben der Fortschreibung der bisherigen Trends ein „realistischer Korridor“, in dem sich die Neigung zu Studium oder betrieblicher Ausbildung in den nächsten 15 Jahren entwickeln könnte („beschleunigte Akademisierung“ bzw. „Stabilisierung des dualen Systems“). Allen Szenarien ist gemeinsam: Die Schere zwischen Studien- und Ausbildungsanfängern werde bis 2030 weiter auseinandergehen.

Vielen Branchen droht daher in Kürze ein Fachkräftemangel. Auch andere Arbeitsmarktszenarien (z.B. BIBB/IAB) kommen zu dem Ergebnis, dass es Mitte des nächsten Jahrzehnts auf der mittleren Qualifikationsebene, die vorwiegend aus der dualen und vollzeitschulischen Ausbildung gespeist wird, zu gravierenden Engpässen kommen wird, während auf den „Arbeitsmärkten für Akademiker“ eher ein Überangebot an Arbeitskräften herrsche.

Die geburtenschwachen Jahrgänge stellen laut Bertelsmann-Studie die Betriebe vor weitaus größere Herausforderungen als die Hochschulen. Bereits im vergangenen Jahr blieben knapp 40.000 Lehrstellen unbesetzt. Ein weiterer Rückgang der Azubi-Zahlen könnte in vielen Branchen einen Fachkräftemangel auslösen oder beschleunigen, weil sich zugleich geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand verabschieden. Währenddessen bleibe der Run auf die Hochschulen ungebrochen. Halte der Trend zum Studium an, dürften die Erstsemesterzahlen bis 2030 um lediglich knapp fünf Prozent sinken. Der Anteil der Abiturienten, die ein Studium aufnehmen, werde zwar nicht mehr nennenswert steigen. Allerdings erwerben immer mehr Schüler eine Studienberechtigung. Außerdem werden die deutschen Hochschulen immer attraktiver für ausländische Studierende.

Welche Handlungsoptionen diskutiert die Bertelsmann-Studie?

  • Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung
  • Neue Modelle für verzahnte Bildungsgänge entwickeln
  • Kooperation zwischen Berufsbildungs- und Hochschulpolitik ausbauen
  • Vorteile der dualen Ausbildung für berufsqualifizierende Studiengänge nutzen
  • Zuwanderung in Ausbildung ermöglichen
  • Ausbildung für neue Zielgruppen eröffnen
  • Klare berufliche Karriereperspektiven für Studienabbrecher eröffnen.

Keine wirksame Handlungsoption aus Sicht der Bertelsmann-Stiftung scheint das so wichtige Feld der Berufs- und Studienorientierung zu sein; jedenfalls wird es im Rahmen dieser Studie nicht weiter thematisiert, obwohl hier die einzig wirksame und in einer freien Gesellschaft zulässige Stellschraube für Entscheidungen über weitere Bildungswege liegen müsste. Möglicherweise wirken sich hier Erkenntnisse der Jugendforschung aus, wie sie sehr prononciert u.a. von Klaus Hurrelmann vertreten werden. Hurrelmann vertritt mit vielen empirischen Belegen die These, dass junge Leute in Zeiten, in denen es politisch und wirtschaftlich unruhig zugehe, in denen es den Job auf Lebenszeit möglicherweise nie mehr geben werde, so viel in ihre Bildung und Ausbildung investieren wie nie zuvor. Sie würden zu „Bildungsmanagern in eigener Sache“. Ein hoher Bildungsabschluss sei ihre wichtigste Munition im Kampf um einen Platz in der Gesellschaft; kommen sie dann im Berufsleben an, sollen sich ihre jahrelangen Anstrengungen amortisieren. Sie wollen eine gestaltende Rolle übernehmen, die für sie persönlich Sinn und Erfüllung bringe: Somit werden sie zu Berufsmanagern in eigener Sache. Und: Sie wollen sich stets möglichst viele Optionen offen halten.

Der Weg zur Studie: http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/szenarienstudie-nachschulische-bildung/szenarienstudie-nachschulische-bildung/, die auch interaktive Grafiken bietet.

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