Bedarf an technischen Arbeitskräften steigt

Der Bedarf deutscher Unternehmen an Arbeitskräften mit naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung ist einer Erhebung zufolge in den vergangenen zwei Jahren um 70 Prozent gestiegen. Zuletzt fehlten rund 171.400 Arbeitskräfte mit Fachkenntnissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (Mint), wie aus dem Mint-Frühjahrsreport im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervorgeht.

Ex-Telekom Personalchef Thomas Sattelberger sagt: „Während bei den MINT-Akademikern kontinuierlich Beschäftigung aufgebaut wird, ist die Zahl der Erwerbstätigen mit einer MINT-Berufsausbildung seit 2011 um jährlich 36.000 zurückgegangen. Die Unternehmen würden gerne einstellen, finden aber kaum mehr MINT-Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt – der Nachwuchs fehlt. Die Flüchtlingsmigration im vergangenen Jahr hat bisher kaum zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen, und die abschlagsfreie Rente mit 63 hat den Betrieben zusätzlich knapp 20.000 wertvolle Fachkräfte entzogen.“

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, betont: „Die Regionen in Deutschland sind unterschiedlich gut auf die Herausforderung der Digitalisierung vorbereitet. Der Anteil der IT-Berufe an den Beschäftigten liegt in den Städten vier- bis fünfmal so hoch wie auf dem Land. Einen gravierenden Rückstand weisen ländliche Regionen auch in puncto Breitbandinternet auf. Einzelne Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind zwar gut aufgestellt, doch die Potenziale der Digitalisierung drohen in den östlichen Bundesländern und auf dem Land dauerhaft brachzuliegen.“

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, erklärt: „In den vergangenen Jahren hat neben der größeren Zahl älterer Mitarbeiter vor allem die Zuwanderung für die Beschäftigungsdynamik in den MINT-Berufen gesorgt. Allein bei den MINT-Facharbeitern war der Zuwachs zehnmal so hoch wie bei den einheimischen Fachleuten. Ohne dieses stärkere Wachstum der ausländischen MINT-Beschäftigten in den letzten zwei Jahren läge die Fachkräftelücke heute um etwa 66.000 MINT-Kräfte höher.“

Der MINT-Report wird zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

5.000 Schüler gehen 2017 auf Job-Schnuppertour

Um Kinder und Jugendliche noch besser auf das Praktikum vorzubereiten gibt es seit einigen Jahren die "Düsseldorfer Tage der Studien- und Berufsorientierung (DTSBO)". 2017 finden sie vom 31. März bis zum 5. April statt. In diesem Jahr beteiligten sich rund 300 Betriebe, um 5.000 Schüler in ihre Unternehmen einzuladen. Die Unternehmenstermine für Schülerinnen und Schüler sollen zwischen 4 und 6 Stunden dauern und sind ab einem Schüler möglich. In erster Linie geht es um die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen in Düsseldorf - es machen aber auch die Jugendlichen der 9. bis 13. Klassen mit.
 
Um interessierte Unternehmensvertreter aus den Bereichen Industrie, Handwerk und Dienstleistungen sowie Hochschule vorab persönlich zu informieren, findet am 25. Oktober um 14.30 Uhr eine Informationsveranstaltung in der IHK Düsseldorf statt. An diesem Tag gibt es eine kurze Einführung in das elektronische Buchungstool, Best-Practice-Beispiele aus den Betrieben, eine kurze DTSBO-Doku (produziert von center tv) und Anregungen für die Gestaltung des Infotages in Ihrem Unternehmen. Kostenfreie Vorabinformationen gibt es beim Düsseldorfer Kompetenzzentrum unter 0211.6690822 und www.berufsorientierungstage.de.

MINTagenten starten mit MINT-Workshop

Die MINTagenten sind das neue Unterstützungsprogramm der Landeshauptstadt Düsseldorf und des MINT Netzwerks Düsseldorf, dass von der Stiftung Pro Ausbildung betreut wird. Mit einem Starterworkshop in der Henkel Forscherwelt gingen heute die ersten acht MINTagentinnen an den Start. Mit Dr. Ute Krupp (Henkel) und Schulleiter Christoph Eich standen heute (23. Mai) naturwissenschaftliche und didaktische Themen auf dem Programm. Ab dem neuen Schuljahr werden die MINTagentinnen im Ganztag der Düsseldorfer Grund- und Förderschulen eingesetzt, vor- und nachmittags. Insgesamt müssen die MINTagentinnen vier Seminarbausteine verbindlich buchen, um ins Programm aufgenommen zu werden. Interessierte MINT-Menschen können sich jederzeit als Mintagenten bewerben – das zweite Auswahlverfahren ist für den Frühherbst diesen Jahres geplant.

www.mintagenten.de

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